Allgemein

Schreiben als Kunstform

Literarisches Schreiben ist eine Form der visuellen Kunst, es ist Gestaltung der Sprache.

Schreiben ist für mich eine synästhetische Erfahrung, ein künstlerisches Gesamtwerk aus mehreren Sinneseindrücken: Worten, Lauten, Klängen, Tönen, Bildern, Farben, Szenen, Geräuschen und Gerüchen.

(c) Clara Journot

Meine Texte sind Ausdruck meiner inneren Bilder. Deshalb stelle ich sie gerne in einen künstlerischen Zusammenhang, lasse sie lebendig werden durch das gesprochene Wort, durch Bilder und Musik.

Zu meinem Buchprojekt Im Grünen Haus habe ich eine Bildergalerie angefertigt. Das Fotografieren hat mich inspiriert, die Bilder verkörpern meine inneren Gedankenbilder. Jeder Figur aus Im Grünen Haus habe ich eine Fotografie zugeordnet und lasse sie selbst zu Wort kommen:


(c) Clara Journot

Ich stelle mir die Aussicht vor aus meinem künftigen Atelier, den Blick aus den hohen Industriefenstern, die die gesamte Außenwand der ehemaligen Gewerberäume einnehmen. Sie zeigen immer denselben Bildausschnitt …“

(Florian, Im Grünen Haus, S. 8)
(c) Clara Journot

Ich frage mich bloß, warum es ausgerechnet ein Altbau sein soll. Und noch dazu im Dachgeschoss. Ist die Wohnung renoviert? Und weshalb steht sie so lange leer?

(Claudia, Im Grünen Haus, S. 11)
(c) Clara Journot

Die windschiefen Stufen knarzten verächtlich bei jedem Schritt … Dem Haus waren seine Fußtritte wohlvertraut. Es ließ Paul den Vortritt, ertrug seinen schwerfälligen Gang …“

(Paul, Im Grünen Haus, S. 24)
(c) Clara Journot

Ich hatte fast vergessen, wie hellhörig das Grüne Haus ist, wie der Holzboden bei jedem Schritt mitschwingt und jedes Geräusch, jeden Ton und jeden Laut überträgt.“

(Gilla, Im Grünen Haus, S. 33)
(c) Clara Journot

Das Grüne Haus strahlte eine schlampige Würde aus. Mit seinen an der Fassade angebrachten Stuckornamenten und dem verschnörkelten Jugendstil-Muster über der schweren Eichenholztür wirkte es alt und erhaben und zugleich etwas schmuddelig.“

Karl (Im Grünen Haus, S. 45)
(c) Clara Journot

Die Luft war drückend und schien im Treppenhaus zu stehen. Mit jeder Etage, die sie hinaufstiegen, wurde es heißer und stickiger … Ihr Ziel war die Mansarde neben der Wohnung im Dachgeschoss. Hier oben roch die Luft wie in einem aufgeheizten Backofen.“

(Johannes, Im Grünen Haus, S. 161 f.)