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Werden und Vergehen

Der Zustand zwischen Werden und Vergehen ist SEIN.
Doch ich bin nicht im Hier und Jetzt, ich b i n nicht.
Ich reise in die Vergangenheit,
tauche ein in Erinnerungen, Erlebtes, Gedachtes und Gefühltes,
die Bilder erscheinen, bunt und lebendig,
ausgemalt bis in die kleinsten Einzelheiten.

Die Reminiszenen sind schmerzhaft.
Ich will ihnen entfliehen und lande in der Zukunft.
Welk, kraftlos, schwindende Lebensenergie.
Kein Ausblick auf Neues mehr,
Neugierde und Wissbegier haben mich verlassen.

Gibt es noch unentdeckte Wege, die ich beschreiten werde?
Oder ist mein Lebensweg schon zu Ende gegangen?

Doch ich will das Leben auskosten und genießen. Ich will sein.

Ich will das Muster hinter dem SEIN erkennen,
das gesamte Gebilde meines Seins.

SEIN.
Hier SEIN.
Jetzt SEIN.

Was ist aus mir geworden?
Wie bin ich zu der geworden, die ich bin?
Wie habe ich mich entfaltet?
Und welche Aufgaben gilt es noch zu erfüllen?

Werden und Vergehen.
Ich bin geworden.
Ich bin.
Ich werde vergehen.

(c) Clara Journot

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Vom Norden gefangen

Das Zurückkommen fällt mir schwer. Alles erscheint fremd.
Als ich um 11 Uhr am Abend aus dem Zug steige, breitet sich die Dunkelheit aus,
legt sich über mich wie ein dunkles Tuch,
schließt mich ein.
In Fredrikstad schien um diese Zeit noch das weiße Licht des Nordens,
kurz vor der Sommersonnenwende, die Mittsommernacht noch nicht erreicht,
aber der Himmel strahlte türkisblau und nur eine sanfte Dämmerung deutete an,
dass es Nacht war.

Ich finde nicht zurück nach Hause,
in den Alltag, in die Hektik des geregelten Lebens.
Die Idee des Nordens hält mich gefangen.
Das Licht des Nordens ist unbeschreiblich, kräftige, klar konturierte Farben,
hell und leicht und gestochen scharf.
Die Luft kristallklar und rein und unverbraucht.

Auf der Heimfahrt überquerte ich viele Brücken, die die Landstücke wie kleine Kontinente miteinander verbinden.
In der Ferne eine Dunstglocke über der Landmasse, die ich bewohne, und der ich mich nun wieder näherte.
Die Luft vor mir gelb und grau und diesig.
Ich wurde hineingezogen, tauchte ein in die drückende Stickigkeit,
gesättigt von Stäuben, Abgasen, Ausdünstungen,
die den Kopf benebeln, die Schleimhäute verstopfen und die Atemwege belegen.
Wie sollen in dieser Atmosphäre freundliche, offene Gedanken und Worte fließen?
Ich vermisse die norwegische Gemütlichkeit, die dänische Zuvorkommenheit,
die Natürlichkeit und Unverstelltheit der Menschen.

Ich trage das Erlebte meiner Reise in mir, es wirkt in mir nach.
Während ich unterwegs war, zog alles so schnell an mir vorbei.
Ich genoss die Ansichten, die Augenblicke, die Glücksmomente,
aber meinte, nicht alles aufnehmen zu können,
es nicht tief genug wahrnehmen zu können.
Erst nach meiner Rückkehr bemerke ich,
wie tief alle Eindrücke in mich eingedrungen sind und mich geprägt haben.
Bilder, so deutlich, intensiv und farbig wie auf glänzendem Fotopapier,
Erinnerungen an Gerüche, Geräusche, Landschaften, Stimmungen, Menschen und herzerwärmende Begegnungen.
Eine andere Wahrnehmung von mir selbst, meinem inneren ICH.
Ich bin im FLOW und kann gar nicht mehr auftauchen.
Verlangsamt.
Die Zeit hat keine Bedeutung, hat sich aufgelöst.
Ich folge meiner inneren Uhr und lasse mich treiben.
Was bleibt, ist das Gefühl, den ganzen Sommer noch vor mir zu haben.
Eine Welt voller Fülle, Ideen und Versprechungen.

 

Fredrikstad

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Lindholm Høje

Es gibt Orte, an denen spürst du die Menschen der Vergangenheit. So ist es auf Lindholm Høje (Nordjylland) in Dänemark.

Du betrittst das Gelände durch ein Holzgatter, gehst durch einen kleinen Eschen- und Birkenenhain, steigst einen Erdwall hinauf und vor dir breitet sich ein mit hohem Gras bewachsenes Siedlungs- und Gräberfeld aus. Halte inne und schau dich um. Du befindest dich auf einer Anhöhe. In der Ferne erkennst du die Ausläufer der Stadt Aalborg. In der anderen Richtung schlängelt sich das Wasser des Limfjords um sanft geschwungene Hügelkuppen Richtung Meer. Vor dir aber erhebt sich eine unübersehbare Zahl von Steinen und Erdhügeln, Schiffssetzungen, Überresten von Langhäusern und Ackerfurchen – die Hinterlassenschaft der Menschen, die hier über 600 Jahre lang lebten, bis der Flugsand sie vor 1000 Jahren zwang wegzuziehen und dann alles zudeckte.

Spüre den Wind in deinen Haaren, sieh, wie er über die dünnen hellgrünen Grashalme weht, wie er sie streichelt, peitscht und in Wellen legt.

Die Menschen, die einst auf Lindholm Høje lebten, sind anwesend und erzählen dir ihre Geschichte. Wie Bilder auf einer Leinwand erscheinen sie vor der hügeligen Landschaft und werden über der Wiese gegen den Himmel projiziert.

Da ist die ovalförmig angelegte Schiffssetzung, in der die Frau in einem vornehmen, mit großen schildkrötenförmigen Fibula befestigten Kleid bestattet wurde. Ringe, Ketten, Kämme und Gürtel mit verschlungenen Ornamenten schmücken ihre aufrechte Gestalt. Sie war die Obere der Ansiedlung und bestimmte die Geschicke der Menschen in der Gemeinschaft.

Dieser runde Erdhügel gehört zu der Frau, der zahlreiche Haushaltsgeräte mitgegeben wurden, Krüge, Schalen, Kochgeräte, Nähzeug aus Bein. Sie versorgte die Menschen im Ort mit Nahrung und heilte sie, wenn sie krank oder verletzt waren. Sie lebte mit ihrem Clan in dem großen Langhaus mit den ovalförmig zulaufenden Seitenwänden.

Diese dreieckig angeordneten Steine kennzeichnen das Grab eines Kriegers, dem sein Schwert mitgegeben wurde. Er hat vom Seehafen aus in einem Langboot mit geschwungenem hoch aufragenden Bug die Reise über das Meer in ferne Länder angetreten. Vielleicht hat er England gesehen oder ist mit anderen Kriegern in Richtung Osten gerudert und gesegelt, nach Lettland und Ostpreußen. Zuhause hat er das Land der Wikinger gegen Eindringlinge, die mit dem Kreuz kamen und sie bekehren oder beherrschen wollten, mit dem Schwert verteidigt.

Ein Stück weiter den Hügel hinunter liegt der Acker eines Bauern. Die Furchen, die sein Pflug in den Boden getrieben hat, sind deutlich erkennbar. Die Wikinger waren nicht nur das kriegerische Volk, als das sie immer dargestellt werden. Sie waren wissbegierig, erfindungsreich und haben ihr Wissen über das gesamte heutige Europa bis über die Seidenstraße verbreitet. Neue Erkenntnisse haben sie mit zurückgebracht und so ihre Kultur bereichert. Wie bei anderen weit entwickelten Völkern ging ihre Vielfältigkeit durch die Christianisierung verloren.

Der Wind weht über Lindholm Høje und trägt die Geschichten der Menschen, die hier gelebt haben und die hier gestorben sind, mit sich. Du musst nur genau Acht geben, dann hörst und siehst du sie.

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Oldtidsruta

Die Steinritzungen entlang der Oldtidsruta, der altertümlichen Route in Fredrikstad (Norwegen), enthalten erste Schriftzeichen der Menschen im Norden, die eine Geschichte erzählen. Botschaften und uraltes Wissen, vor mehr als 2000 Jahren in Felsen aus Sandstein geritzt. Wikingerschiffe und Menschen auf ihrer Fahrt in unbekannte Welten, in unerforschtes Land jenseits des Meeres. Ich stehe am Rand eines kleinen Waldes, vor dem sich ein langgezogener Felsen mit Felsritzungen auftut. Für unsere Wahrnehmung in der heutigen Zeit sichtbar gemacht durch Einfärbungen in roter Farbe. Der nahegelegene Solbergstarnet, ein modern gestalteter Turm, der die Vergänglichkeit der Zeit veranschaulicht, zeigt an, dass der Meeresrand zu Beginn der Bronzezeit viel höher gelegen hatte. Befände ich mich in der Zeit um 1400 v. Chr., würde ich hier am Ufer stehen und zuschauen, wie die Schiffe mit ihren Rudern das Land, das wir heute Norwegen nennen, verlassen.

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Doch die Schiffe erzählen nicht nur die Geschichte von wissensdurstigen Menschen, die sich auf die Fahrt begeben, um Neues zu erkunden. Auf zahlreichen Felsritzungen entlang der Oldidsruta sind Sonnenschiffe abgebildet, die die Fahrt der Sonne am Himmel symbolisieren – am Tag von links nach rechts am Himmel, in der Nacht von rechts nach links durch die Unterwelt. In Tanum, Schweden, nicht weit von der Grenze zu Norwegen, befinden sich ebenfalls zahlreiche Felder mit Felsritzungen, dort wird die Fahrt der Sonne anhand von Sonnenwagen dargestellt, rad- und scheibenförmige Elemente nach dem Vorbild des Sonnenwagens von Trundholm, zu besichtigen im Nationalmuseum in Kopenhagen.

Die Reise der Sonnenschiffe oder Sonnenwagen, sinnbildlich für den Sonnenkreislauf, wird der nordischen Mythologie zugeschrieben. Die Felsritzungen zeigen aber nicht nur die mythische Sonnenfahrt, sondern symbolisieren auch den Kreis oder Kreislauf des Lebens. Häufig befanden sich in Felsen geritzte Darstellungen von Sonnenschiffen in der Nähe von Gräberfeldern und Schiffssetzungen, was darauf hindeutet, dass damit auch der Kreislauf des Lebens gemeint war. Die Toten wurden mit zahlreichen Grabbeigaben auf die letzte Reise in die Unterwelt geschickt. Die Reise des Sonnenschiffs als letzte Station des Lebens nach Geburt, Heranwachsen und Erwachsensein.
(Siehe hierzu auch den Beitrag über die Wikingergräber bei Lindholm Høje).

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Skjærhalden

Inselhopping in Ostnorwegen, entlang der Schärenküste.
Der Bus bringt mich direkt von Fredrikstad bis nach Skjærhalden.
Wir befahren schmale Felsrücken, überqueren Landbrücken
und dringen tief in einen Tunnel ein, der uns unter dem Meer entlangführt.

Als wir wieder auftauchen, liegt vor uns ausgebreitet das Meer.
Der Küste vorgelagert kleine Felseninseln, nackt und abgerundete Rundhöcker,
sowie mit Büschen und Eschen bewachsene Holmen.

Skjærgård, ein Schärenhof,
und nicht wie es in der deutschen Sprache fälschlich wiedergegeben wird,
ein Schärengarten. Gård ist norwegisch für Hof (englisch Yard).
Der skjærgård ist ein der Landmasse vorgelagerter „Hof“ mit Inseln.
Im Nationalpark Ytre Hvaler Nationalpark vor Kirkøy liegen insgesamt 833 äußere Schäreninseln.

Die Inseln steigen aus dem Meer empor, vom Meeresgrund,
von der Last des Packeises der letzten Eiszeit befreit, hebt sich das Land
aus Gestein, das erdrückt und zusammengepresst worden war.
Die Gesteinsmassen tauchen in Form von vielen kleinen Inseln auf,
abgerundet, abgeschliffen, eingeschnitten und zerklüftet
von dem überströmenden und abfließenden Eis.

Eine Landschaft über und unter Wasser.
Die Tiefe des Wassers nicht ersichtlich.
Die Einbuchtungen, Felsklüfte und Keile setzen sich unter der Wasseroberfläche bis zu einer Tiefe von 470 Metern fort. Eine 200 Meter hohe Felswand verläuft vertikal unter Wasser, an der äußeren Kante des Oslofjords (Hvalerrenna) entlang.
Lebensraum von zahlreichen Tieren und Pflanzen.

Spuren der Eiszeit, die immer noch andauert.

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Allgemein, kreatives Schreiben

Abreise

Der Kreis schließt sich.

Ich beende meine Reise so,
wie ich sie begonnen habe,
gehe nochmals alle Wege entlang,
die ich beschritten habe, als ich hier ankam.

Wo einst Neugierde und Vorfreude mich geleiteten,
ein Gefühl der Fremdheit
und der Wunsch, Neues und Unbekanntes zu erkunden,
ist nun Wiedererkennen und Vertrautheit,
bin ich erfüllt von Wehmut und Abschied.

Ich habe den Norden erträumt,
habe Geschichten über ihn erfunden
und werde ihn schließlich meiden.

Ich verlasse diesen Ort, verlasse den Norden.
Ich nehme die Bilder mit,
die Eindrücke, die sich tief in meinen Geist geprägt haben.

Weite, Einsamkeit und Freiheit habe ich gefunden.
Offenheit und Gelöstheit.

Ich beende meine Reise dort,
wo ich sie begonnen habe.
Ich fahre hinaus aufs offene Meer.

 

Allgemein, kreatives Schreiben

Hitzewelle in Oslo

Über 30 Grad in Oslo.
Ein unglaublich heißer Frühsommer,
der heißeste Mai seit Menschengedenken in Südnorwegen.

Klarer dunkelblauer Himmel,
reine leichte Luft,
reich und gehaltvoll,
und doch dünn und durchdringlich.

Die Sonne stark und kraftvoll.

Blau der Himmel und das Meer.
Weiß das schäumende, aufspritzende Wasser im Oslofjord.
Rot von Sonne, Wind und Wasser unsere Nasen, Gesichter und Nacken.

Anders als zu Hause,
wo der Himmel diesig und fast gelb ist,
drückend und schwer wie eine Dunstglocke über der Stadt liegt,
stickig und verbraucht,
dicke Luft, undurchdringlich.

Oslo, die Stadt voller Gegensätze,
zwischen Meer und Gebirge gelegen.
Tor zum Norden.

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Allgemein, kreatives Schreiben

Bergen – Take your own time!

Bergen, das Tor zu den norwegischen Fjorden,
am Meer gelegen,
von sieben Bergen umgeben,
in den Hang gebaut,
heimelige Hafen- und Fischerstadt,
aber überquellend von Touristen.

„Take your own time“

… sagt ein junger Wikinger zu mir, der gerne in die einsamen Berge fährt, wandert, Fische fängt und in einer Hütte übernachtet.
Bergen und seine Umgebung zu erkunden, bedeutet, sich auf Touristen-Routen zu bewegen. Nur so kannst du zu Fuß zu den wundervollen, zauberhaften Orten gelangen, die es sich lohnt anzuschauen. Das ist in Ordnung, „just take your own time“.

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Fløyen

… atemberaubender Panoramablick über Bergen.
Eine andere Perspektive,
eine andere Wahrnehmung.
Nicht eingeschlossen in den engen Schluchten der Fjorde,
sondern hoch erhaben über der Stadt.
Du blickst in die Ferne und erkennst die Weite,
die sich unter und vor dir ausdehnt.

Ein paar Schritte in den Wald hinein und Ruhe umgibt dich.
Atme tief den würzigen Duft der Kiefern ein,
gehe zügig und gleichmäßig, den Blick aufgerichtet,
finde deinen eigenen Rhythmus, deine eigene Geschwindigkeit.
Betrachte wach und aufmerksam deine Umgebung.
Nimm die Natur, ihre Bilder, ihre Gerüche, ihre Geräusche in dich auf,
sauge sie durch jede Pore deines Körpers auf,
bis dein Körper und deine Sinne nur noch ein einziges Entzücken sind.

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[…] it is far more glorious to carve and paint the very atmosphere and medium through which we look, which morally we can do. To affect the quality of the day, that is the highest of arts.“

Henry David Thoureau, Walden

 

 

 

Allgemein, kreatives Schreiben

Flåmbana

… die steilste Gebirgsbahn auf Normalspur in Europa.
Sie führt von Flåm nach Myrdal und überwindet dabei einen Höhenunterschied von
864 Metern auf einer Strecke von 20,2 Kilometern.

In der Bergenge

Als wir aus der Bergenge,
der gewaltigen Berekvamsschlucht, herausfahren,
öffnet sich das Gebirge vor uns,
aber es lässt uns nicht frei.

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We are spiralling …

Wir bewegen uns in Spiralen,
taumeln, fallen, purzeln den Abgrund entlang
und sind doch mit dem Erdboden verbunden.

Der Zug bohrt sich in den Felsen ein,
wir schrauben uns in Kreiseln durch den Berg,
und jedes Mal eröffnet sich ein neuer atemberaubender Ausblick,
wenn wir wieder auftauchen.

Auf der gegenüberliegenden Gebirgswand
erkennen wir das Labyrinth der Zugstrecke,
die wir soeben befahren haben.
Der Weg kehrt sich erneut,
verwirrt folgen unsere Körper den Kehrtwendungen,
schwirren die Spiralen um uns,
Spiralling …

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Fallendes Wasser Kjosfossen

Ein mächtiger Wasserfall lockt uns mit seinem Getöse,
über feuchtem, glitschigen Boden nähern wir uns,
der Wind stößt Fahnen von aufwirbelndem Wasser empor,
wir gleiten in den Sprühnebel und Frische umgibt uns,
setzt sich in unseren Haaren fest und nimmt uns den Atem.

Brausendes Wasser, Schaumkronen, Sprudel, Fontänen,
weiß, wild und wirbelnd.
Die Sonne im Rücken, vor der Felswand ein Regenbogen.

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Vatnahalsen

Letzter Halt vor Myrdal.
Eisfelder und Eisseen.
Unheimliche, verzauberte Welt.
Unbewohnt und unwirtlich.

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Allgemein, kreatives Schreiben

Nærøyfjord

… der schmalste Fjord Norwegens.
Die schönste Fjordlandschaft der Welt.
Von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.

Der Weg zum Nærøyfjord

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Wir überqueren den Bergrücken und blicken in das Tal hinunter, das sich wie ein Trichter vor uns öffnet. Die engen Serpentinen der Stalheimskleiva führen uns unweigerlich hinab auf den Grund und wir werden entlang des Wildflusses zu der Mündung des Trichters hingezogen, Gudvangen, der Einstiegspunkt für die beeindruckende Fahrt über den Nærøyfjord.

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Die Stille über dem Fjord

Erhaben und mächtig ragen die Bergwände mehrere hundert Meter aus dem Wasser empor. Die senkrechten, steil abfallenden Täler aus Felsen lassen nur einen schmalen Durchgang zu, den wir in unserem Boot passieren, wir strömen darauf zu, werden durch die enge Öffnung gezogen.

Tiefes, dunkles Wasser. Die Schlucht unter uns, unterhalb der Wasseroberfläche, noch tiefer als die Berggipfel über uns.

Licht und Schatten wechseln sich ab.

Wir tauchen ein in das dunkle Grün, den finsteren Schatten, gleiten an kargen grauen Felsen vorbei, durchqueren die Enge und kommen befreit hervor. Vor uns öffnet sich die Weite, dehnt sich aus, umspielt uns mit Wind in den Haaren und dem Ruf der Huldra, einem weiblichen Naturgeist.

DSC06733Nærøyfjord

Wir werden davongetragen, gleiten majestätisch dahin.
Jegliche Hektik, Aufgeregtheit, fällt von uns ab.
Wir schauen und staunen, lassen uns treiben.
Wir nehmen die Bilder in uns auf.
Zeit und Raum erhalten eine andere Bedeutung,
werden zu einer anderen Dimension.

Der Nærøyfjord strömt kaum merklich mit uns dahin.

Zwei Fjorde vereinen sich.

Grüne Waldhänge,
reißende Wasserfälle.
Verfallene Häuser, in denen kein Mensch mehr wohnt.
Felseinschnitte geben den Blick frei auf vereiste Berggipfel, die kein Mensch je betritt.

Schließlich erreichen wir die Begrenzung des Fjords.
Sackgasse, Endstation am Fuße des Gebirges.
Wir sind in Flåm angekommen.

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