Allgemein

Werden und Vergehen

Der Zustand zwischen Werden und Vergehen ist SEIN.
Doch ich bin nicht im Hier und Jetzt, ich b i n nicht.
Ich reise in die Vergangenheit,
tauche ein in Erinnerungen, Erlebtes, Gedachtes und Gefühltes,
die Bilder erscheinen, bunt und lebendig,
ausgemalt bis in die kleinsten Einzelheiten.

Die Reminiszenen sind schmerzhaft.
Ich will ihnen entfliehen und lande in der Zukunft.
Welk, kraftlos, schwindende Lebensenergie.
Kein Ausblick auf Neues mehr,
Neugierde und Wissbegier haben mich verlassen.

Gibt es noch unentdeckte Wege, die ich beschreiten werde?
Oder ist mein Lebensweg schon zu Ende gegangen?

Doch ich will das Leben auskosten und genießen. Ich will sein.

Ich will das Muster hinter dem SEIN erkennen,
das gesamte Gebilde meines Seins.

SEIN.
Hier SEIN.
Jetzt SEIN.

Was ist aus mir geworden?
Wie bin ich zu der geworden, die ich bin?
Wie habe ich mich entfaltet?
Und welche Aufgaben gilt es noch zu erfüllen?

Werden und Vergehen.
Ich bin geworden.
Ich bin.
Ich werde vergehen.

(c) Clara Journot