Allgemein, kreatives Schreiben

Schreibübung 3: Wortschatz

Inhalt

Das Handwerkzeug des literarischen Schreibens ist die Sprache.
Aus der Quelle unserer Fantasie schöpfen wir Bilder, die sich dann zu Worten formen.
Damit die Leser/innen diese Bilder und Worte nachvollziehen können, muss jede/r Autor/in ihren/seinen eigenen Schreibstil entwickeln, die eigene Ausdrucksform finden und die eigene Art, Geschichten zu erzählen.
Um die für uns richtigen Worte finden zu können, müssen wir unseren Wortschatz erweitern.

Aufgabe

1. Teil: Zeile eines Gedichts

  • Sieh dir diese Zeilen eines Gedichts an:

O schau, sie schweben wieder – Wie leise Melodien – Vergessener schöner Lieder – am blauen Himmel hin!“ (Hermann Hesse)

  • Diese Zeile soll Ausgangspunkt für deine eigene Geschichte sein.
  • Ändere die Worte um, indem du neue Begriffe suchst.
  • Erweitere den Text, so dass allmählich eine Geschichte in Prosa daraus entsteht.

2. Teil: Anfang einer Szene

  • Betrachte diesen Anfangssatz einer Erzählung:

Ich hatte mir nichts dabei gedacht, als ich den kleinen gelben Bleistiftstummel auflas, der auf dem gepflasterten Weg […] lag.“ (Franz Hohler)

  • Dieser Satz soll der Anfang für deine eigene Geschichte sein.
  • Lasse die Szene vor deinem inneren Auge entstehen.
  • Schreibe die Worte auf, die dir zu der Szene einfallen.
  • Versuche möglichst viele Worte zu finden, die zu einem Bild passen.
  • Setze die Szene fort, so dass allmählich eine Geschichte mit Handlung und Personen, vllt. auch mit Dialogen daraus entsteht.

Ziel

Diese beiden Übungen dienen dazu, den Wortschatz zu erweitern.
Gedichte sind verdichtete Sprache und sind dem bildhaften Denken am Nächsten.
Das Lesen von Gedichten fördert die Vorstellungskraft, die wir dazu nutzen können, selbst Bilder und Worte entstehen zu lassen.
Die Darstellung einer Szene fördert ebenfalls das bildhafte Denken und damit die Entstehung und Entwicklung unseres Wortschatzes, den wir für das literarische Schreiben benötigen.